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Abschied von Melissa
Europas berühmteste Füchsin ist tot

Liebe Freunde von Gut Aiderbichl,

am Sonntag, den 20. Januar, haben wir Melissa eingerollt, wie sie immer war, wenn sie schlief, in ihrem Gehege gefunden – tot.

Polarfüchse werden maximal zehn Jahre alt. Die hat Melissa fast, aber nicht ganz erreicht. Auch wenn es nach einem natürlichen Tod aussieht, wir müssen aus vielen Gründen genauer bescheid wissen. Deshalb wurde ihr Körper pathologisch untersucht. Sie hatte im Brustbereich einen Tumor und verblutete innerlich.

Unsere Füchse werden einmal im Jahr durchgecheckt und geimpft. Das musste auch bei Melissa in Vollnarkose geschehen. Die Füchse werden dabei nicht gejagt und gefangen, sondern mit Hilfe eines kleinen Pfeils aus einem Blasrohr betäubt. Melissa hatte keinerlei Wurm- oder Parasitenbefall und die Pathologin erwähnte ihren ausgesprochen guten Zustand.

Mit Melissa kam ein Ex-Häftling einer Pelztierfarm zu uns auf Gut Aiderbichl. Sie trug sehr dazu bei, dass sich viele Menschen über den Sinn und die Notwendigkeit, Pelze zu tragen, anfingen Gedanken zu machen. Wenn die Gutsführer sie mit ihren Gruppen aufsuchten, und Melissa mit ihren wunderschönen Augen und ihrem einzigartigen Charisma an den Zaun des Geheges kam und ein Freilandei bekam, das sie dann vergrub, bekamen viele Besucher eine Gänsehaut. Die Erklärungen, die dann folgten, nämlich dass Füchse in Pelztierfarmen qualvoll gehalten werden und dass über 20 Füchse für einen Pelzmantel qualvoll sterben müssen, lösten bei allen ein Nach-, vielleicht sogar ein Umdenken aus.

Melissa war von Anfang an dabei, als über Gut Aiderbichl berichtet wurde. Mit ihrer Anwesenheit hatten wir einen Grund, über das Schicksal der Tiere in Pelztierfarmen zu berichten. Es waren sicherlich mehr als hundert Millionen Menschen, die über sie von der Qual ihrer Artgenossen erfuhren. Immer wieder erwähnten wir anhand ihres Schicksals die Einfuhr von Hunde- und Katzenfellen aus China. Dort werden jährlich 500.000 Schäferhunde lebendig gehäutet, damit sie für Pelzkrägen ein Fell abliefern, das aufgestellt ist und kuschelig wirkt. Zwei Millionen Katzen werden für Pelzdekorationen an Kleidern jährlich in China stranguliert. Die EU verbietet jetzt ab 2008 die Einfuhr dieser Qualfelle. Wir sind uns sicher, dass Melissa, Europas berühmteste Füchsin, maßgeblich dazu beigetragen hat, dass immer wieder Menschen über dieses Thema nachgedacht haben und ihren Unmut kundgetan haben.

Drei Ex-Häftlinge aus einer Pelztierfarm mit gleicher Vorgeschichte wie Melissa sind im letzten Jahr zu uns gekommen. Sie werden das Werk, das Melissa begonnen hat, fortsetzen.

Wir würden uns freuen, wenn Sie uns und unsere Füchse schon bald auf Gut Aiderbichl besuchen kommen!

Erinnerungen an Melissa:











   
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