Es begann in den letzten Wochen.
Kantor, lebenslustig und glücklich, bewegte plötzlich die Hinterbeine wieder
ziemlich schlecht. Zuerst dachten wir, es handle sich einfach um Überforderung
beim Spielen. Also hielten wir ihn ruhiger. Ich holte den Tierarzt, der mir erklärte, dass
es sich nicht um die Hüftkrankheit der Schäferhunde handle, sondern um ein
Problem der Nerven in der Wirbelsäule. Es gäbe eine 20%-ige Chance, wenn man
ihn mit Cortison behandelt. Dann könne es sich bessern.
vom Kopf her ist er völlig klar
Das war vor einigen Tagen. Ich
glaube, wie auch seine Betreuer, eine kleine Besserung zu bemerken. Ab und zu
stellt er die Beine wieder unter und steht auf ihnen ganz normal. Den Bereich,
in dem er sich am liebsten aufhält, haben wir mit einem Spezialbelag
ausgestattet.
Kantor duldet keine
Behandlungsmaßnahmen, auch von mir nicht. Allein die Verabreichung der
Cortisonspritzen verlangte größtes Geschick vom Tierarzt und ein raffiniertes
Ablenkungsmanöver meinerseits.
Unsere beratende Professorin, Ulrike
Matis von der Universitätsklinik München, will ihn sich in Ruhe noch einmal
ansehen. Allerdings hat sie einen Satz ausgesprochen, den ich fürchte, weil sie
ihn immer dann sagt, wenn sie nicht viel Hoffnung hat: „Lesen Sie ihm jeden
Wunsch von den Augen ab!“
Das habe ich Kantor und seinen
vielen Paten versprochen. Heute morgen saß er vor meinem Auto, und wir starteten zu einer Autofahrt durch Salzburg, gemeinsam mit seiner Lieblingshündin
Lucy. Wir hielten einige Male an, und es gab Köstlichkeiten, die es sonst nicht
so oft gibt.
Kantor gehört zu den Hunden, denen
es gegeben ist, die Herzen vieler Menschen zu erreichen. Deshalb berichte ich
Ihnen heute von seiner Verfassung. Vielleicht weiß der Eine oder Andere einen
guten Rat.