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EU-Hündin Nana Jeder, der Tiere liebt, verzweifelt doch zurzeit an den grauenvollen Hundetötungen in der Ukraine. Sie sind grausam und kulturlos. Ja, was da vor den Toren der EU passiert, ist unfassbar. Aber wie sieht es denn bei uns aus? In einem Land im Süden Europas, das schon lange zur EU gehört, und als Wohlstandsland gilt... Ein Blick zurück: Unvergessliches Video zu 10 Jahren Gut Aiderbichl. Ein Bericht von Michael Aufhauser:
Eine
tierliebe Urlauberin, die selbst zwei Hunde hat, verliebte sich in die
romantische Gegend. Gemeinsam mit ihrem Mann und ihren Vierbeinern
unternimmt sie dort alljährlich ihre Spaziergänge und genießt die
Ferien. Im April 2011 wurden die Ausflügler von einem Regenguss
überrascht und stellten sich unter das schützende Dach eines Verschlages
in einem Olivenhain. Als sie das leise Winseln eines Hundes vernahmen,
untersuchten sie den Verschlag genauer. Sie stellten sprachlos fest,
dass dort ein Hund gehalten wurde, und entdeckten eine Bretonen-Hündin
an einer kurzen Kette. Sie nahmen Kontakt zu ihr auf und besuchten sie
fortan immer wieder. Irgendwann begegneten sie auch dem Besitzer. Ein
freundlicher Herr um die 70. „Warum lebt denn die Hündin nicht bei Ihnen
im Haus“, fragten sie ihn. Die Tierfreunde mussten sich mit Händen und
Füßen verständigen, weil sie der Landessprache nicht mächtig sind. Und
so erfuhren sie, dass es dort kleine Kinder gäbe, und es bestünde die
Angst, dass Nana schnappen würde. Nach der dritten Begegnung mit dem
Besitzer der armen Kettenhündin bot er an, ihnen Nana zu überlassen.
 Die
Tierfreunde jedoch waren ja selbst in Begleitung von zwei Hunden und
ohne Papiere und all die anderen Gedanken, die ihnen durch den Kopf
gingen, beschlossen sie, zunächst einmal zurück nach Deutschland zu
fahren. Der Sommer verging und sie ließ das Bild der armen Hündin nicht
los. Also machte sich das Ehepaar im November wieder auf den Weg. Jetzt
fand es Nana in einem noch schlimmeren Zustand vor. Ihre Kette war so
verkürzt worden, dass sie sich nicht mehr in den Schutz der Hundehütte
ablegen konnte, auf dem ihr Name stand. Nur noch auf blankem Beton.
Umringt von Hasen in Käfigen, wie man sie nur aus der Intensivhaltung
kennt. Auf Gittern sitzend, so dass ihre Pfötchen durch die Maschen zu
sehen waren. Und noch etwas ist den Tierfreunden aufgefallen. Sie
vernahmen aus dem Dunkeln des Verschlages Geräusche von Singvögeln. Eine
Perserkatze kam ab und zu vorbei und schaffte es durch die Gitter mit
Nana zu schmusen, das konnte man beobachten. Aber mitnehmen wollten sie
Nana erst, wenn sie einen guten Platz für sie gefunden haben. Und als
sie kurze Zeit darauf Gut Aiderbichl besuchten, wendeten sie sich an
Oliver Fritsch, der seine Arbeit am Patenschaftsstand verrichtete.
Oliver zeigte mir die Fotos und ich sagte sofort zu, dass wir die
„Olivenhain-Hündin“ aufnehmen. Am 2. Januar war es dann soweit. Nana
durfte kommen. Nach einem Tag und einem Check in der Tierklinik in
München ist sie nun zur Aiderbichlerin geworden.
 Wohin
würden wir die 250.000 Hunde aus der Ukraine bringen? Darüber denke ich
oft nach. Ist es doch schon so schwierig, für einige wenige Hunde einen
Platz zu finden. Der nachhaltigste Weg, Straßenhunden wie diesen, die
jetzt brutalst erschlagen werden, zu helfen, wäre, mit den Veranstaltern
(FIFA) der Fußball-Europameisterschaft zu sprechen. Die Ukraine ist
nicht das einzige Land, das so vorgeht, wenn es darum geht, sich zu
repräsentieren. Auch vor den Olympischen Spielen in Athen und andernorts
glaubt das Gastgeberland, dass es ein Zeichen der Unhygiene ist,
streunende Tiere zu haben.
Und wie sieht es mit der EU aus? Auf
den Fotos ist es leicht zu erkennen. Wenig oder gar nichts hat sich
getan. Da ist nämlich der Trugschluss. Dass wir Menschen nach erreichtem
Wohlstand besser mit Schwächeren umgehen. Im Gegenteil: Mit dem
Wohlstand steigert sich auch die Egozentrik. „Wenn mir etwas dienlich
ist, darf ruhig mal ein anderes Lebewesen leiden. Ober sticht
schließlich Unter.“ Das geht so weit, dass sich der Halter der Hasen,
der Singvögel und von Nana in keinster Weise schuldig fühlt. Aus seiner
Sicht hätte er und könnte er auch ganz anders verfahren. Futter geben
und manchmal ein bisschen sauber machen, ist doch mühsam genug.
Nun
hat Nana noch keine einzige Patenschaft. Würden sich Tierfreunde um
eine Patenschaft für sie bewerben oder uns eine Spende senden, könnten
wir anderen „Nanas“ helfen, die an anderen Orten ein so bedauerliches
Leben führen müssen. Michael Aufhauser
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